Eigenschaften und Anwendung von Passscheiben

Industrie und  Stahlverarbeitung

Passscheiben sind Normteile nach der DIN 988. Sie sind zylinderförmig aufgebaut und mit unterschiedlichen Innen- und Außendurchmessern erhältlich. Eine Passscheibe wird zum Anpassen und Ausfüllen von Spalten bei runden Bauteilen verwendet, die aufgrund der Toleranzen einzelner Abmessungen unterschiedlich groß sein können. Dieser Spalt wird zunächst durch Endmaße ausgemessen und danach mit individuell ausgewählten Passscheiben-Dickenkombination gefüllt.

Die Spalten in den Zwischenräumen runder Bauteile, welche durch die zugelassenen Toleranzen durch die Abmessungen der Teile größer oder auch kleiner sein können, werden entsprechend mit Passscheiben aufgefüllt. Nach Beendigung der Maßbestimmung durch Endmaße wird der vorhandene Schlitz mit einer maßgeschneiderten und zusammengefügten Dickenzusammenstellung der Passscheibe ergänzt. Die Scheiben werden vor allem zur Lagejustierung oder zum Spielausgleich verwendet. Sie können der Kategorie einer Welle-Nabe-Verbindung eingeordnet werden. Eine Passscheibe hat das gleiche Aussehen wie eine Unterlegscheibe. Vorteilhaft ist vor allem, dass die Scheiben in abgestuften Dicken erhältlich sind. Ihr Einsatz ist notwendig, wenn eine Lagejustierung an Maschinenteilen den Einsatz erfordert. Die Scheiben werden verwendet, falls beispielsweise ein Laufrad am Ende der Welle mit einem Bund befestigt werden muss. Die Scheiben werden zwischen dem Sicherungsring einer Welle und dem dazugehörigen Laufrad eingesetzt.
Eine Passscheibe ist in den Abmessungen von 3 bis 70 Millimeter Innendiameter erhältlich. Selten sind Scheiben mit einem Durchmesser bis 100 Millimeter zu bekommen. Jede Dicke weist eine genaue Abmessung auf. Abgestufte Dicken sind von 0,1 bis 2,0 Millimeter in 0,1 Millimeter-Schritten erhältlich. Die Scheiben sind stets genormt, die Materialangaben und Abmessungen entsprechen der DIN 988. In dieser Norm werden auch Stützscheiben berücksichtigt und können mit einem Metallsuchgerät gefunden bzw. geortet werden. Stützscheiben bestehen aus Federstahl, Passscheiben hingegen aus nichtgehärtetem Federstahl. Ein zylinderförmiges Normteil mit einem Innendurchmesser von 20 Millimetern und einem 30 Millimeter Außendurchmesser sowie einer Dicke von 1 Millimeter heißt: Passscheibe nach DIN 988-30x20x1,0.
Als Material wird meist St-Stahl verwendet. Eine Passscheibe kann keine großen Axialkräfte entgegennehmen. Hierfür werden spezielle Stützscheiben eingesetzt. Sollte die exakte Dicke der Scheibe nicht durch einen Servicedienst eruiert werden, wird der vorhandene Ritz unter Hilfestellung der Fühlerlehre festgestellt. Außerdem ist es möglich, dass gesonderte Passscheiben-Dickenkombinationen eingesetzt werden. Oft ist eine Passscheibe bei Installationsarbeiten im Servicefall nicht vorhanden. Die Abstände innerhalb der Maschine kann sich vor allem durch Abnutzung wandeln. Beim Bestellvorgang muss in jeden Fall beachtet werden, dass eine neue Dickenanpassung bei der Passscheibe stattfinden muss. Aus diesem Grund sollten die in der Abstufung angrenzenden Scheiben mitbestellt werden. Die Einbaustelle muss stets gereinigt sein, z.B. durch Bürsten oder Lappen. Ohne spezielles Installationswerkzeug ist eine Montage der Scheiben möglich. Empfohlen wird eine auch Überprüfung der Funktionen und eine Notiz der genau eingesetzten Scheiben. Bei der Einlagerung darf die Passscheibe nicht beschädigt werden. Keinesfalls sollte zudem eine deformierte Scheibe angewandt werden.